In Esslingen, der charmanten Stadt mit ihrer reichen Geschichte, sorgt seit Wochen ein ganz besonderes Kunstwerk für ordentlich Zündstoff. Die Rede ist von einer imposanten 2,5 Meter hohen Bronzestatue, die stolze 400 Kilogramm wiegt. Der Künstler Tim Bengel hat mit diesem Werk eine Figur geschaffen, die einen Teufel zeigt – mit markanten Hörnern, einem Pferdefuß und einer herausgestreckten Zunge, während er eine Zwiebel in den Händen hält. Ja, richtig gehört: eine Zwiebel! Die Statue wurde im Auftrag der Sektkellerei Kessler erstellt und sollte eigentlich die lokale Sage darstellen, in der eine Marktfrau den Teufel besiegt, indem sie ihm statt eines Apfels eine Zwiebel gibt. Aber die Sache hat sich schnell gewendet.

Rund 5000 Menschen haben online gegen die Aufstellung der Statue auf dem Rathausplatz protestiert. Die Kritiker sind sich einig: Diese „Satansfigur“ ist geschmacklos, und viele von ihnen haben keinen Bezug zu Esslingen oder der Region. Ironischerweise ist das Interesse an der Statue, die eigentlich den Sieg über den Teufel symbolisieren soll, in der Stadt groß. Oberbürgermeister Matthias Klopfer, der als Teil des Schlamassels sogar eine Morddrohung erhielt, sieht keinen Grund, das Kunstwerk zu versetzen oder abzubauen. Im Gegenteil! Er betont, dass die Statue bleiben wird, wo sie ist, und die Aufregung zuletzt nachgelassen hat.

Ein Kunstwerk, das polarisiert

Die Statue ist nicht nur ein Diskussionsthema unter den Bürgern, sondern auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Das Polizeipräsidium Reutlingen hat Ermittlungen wegen Beleidigung und Sachbeschädigung aufgenommen – denn zwischenzeitlich wurde das Kunstwerk mit schwarzer Farbe besprüht. Der Festakt zur Enthüllung am 5. Oktober war gut besucht und fand so viel Anklang, dass Klopfer ihn als eine der bestbesuchten Veranstaltungen der letzten Zeit bezeichnete. Und ja, der ADAC hat die Statue nun sogar als Sehenswürdigkeit aufgenommen!

Die Esslinger sind in ihrer Widersprüchlichkeit nicht allein. Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche unterstützen die Einordnung der Statue und argumentieren, dass die Zwiebel-Legende symbolisiert, wie Jesus den Teufel besiegt hat. Komischerweise entzündete sich die Kritik überwiegend aus dem freikirchlichen Milieu. So fragt man sich, ob es wirklich nur um die Statue geht oder auch um tiefere Überzeugungen und symbolische Kämpfe innerhalb der Gesellschaft.

Öffentliche Kunst und ihre Herausforderungen

Schaut man über Esslingen hinaus, sieht man, dass auch andere Städte mit ähnlichen Herausforderungen umgehen müssen. Beispielsweise verfügt Frankfurt über rund 550 öffentlich zugängliche Kunstobjekte, die rund um die Uhr besichtigt werden können. Dabei reicht die Palette von mittelalterlichen Wegekreuzen über moderne Lichtinstallationen bis hin zu Street-Art. Doch auch dort sind Kunstwerke nicht vor Vandalismus gefeit – ein Phänomen, das überall auf der Welt zu beobachten ist.

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In Esslingen wird die Statue des Teufels sicherlich noch für Gesprächsstoff sorgen. Und so bleibt nur abzuwarten, wie sich die Debatte weiterentwickelt und ob der Teufel mit der Zwiebel weiterhin in der Stadt präsent bleibt oder ob die Kritiker letztendlich das letzte Wort haben werden. Fakt ist: Kunst, besonders die im öffentlichen Raum, hat die Macht, Menschen zu bewegen und Diskussionen anzustoßen – und das ist vielleicht die größte Stärke der Statue.