Ostfildern plant 2026: Defizit von 8,3 Millionen – Wo bleibt die Hilfe?
Die Stadt Ostfildern hat den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 vorgelegt, der mit einem Defizit von 8,3 Millionen Euro einhergeht. Geplant sind Investitionen von rund 19,7 Millionen Euro, die sich schwerpunktmäßig auf den Bildungsbereich, die Stadtentwicklung und den Klimaschutz konzentrieren. Hierfür ist eine Kreditaufnahme von 12,5 Millionen Euro vorgesehen. Bis 2029 wird ein voraussichtlicher Schuldenstand von 80 Millionen Euro prognostiziert. Als Hauptursachen für das Defizit nennt man die gestiegenen Transferaufwendungen, insbesondere für die Kreisumlage sowie Zuschüsse zur Kinderbetreuung, sowie erhöhte Betriebskosten. Diese Informationen liefert WILIH.
In der anhaltend angespannten Finanzlage zeigt die Mai-Steuerschätzung ein erwartetes Defizit von rund 6,1 Millionen Euro im Ergebnishaushalt, was eine Verschlechterung gegenüber der ursprünglichen Prognose von 3,8 Millionen Euro darstellt. Der Oberbürgermeister von Ostfildern, Rommel, bezeichnete die Situation als „besorgniserregend, aber stabil auf niedrigem Niveau“. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Gewerbesteuer stabil, mit 28,5 Millionen Euro eingeplant, was auf die guten wirtschaftlichen Ergebnisse vieler Betriebe im Jahr 2023 zurückzuführen ist. Informationen hierzu stammen von Ostfildern.de.
Haushaltsdisziplin und Maßnahmen
Die Stadtverwaltung hat Maßnahmen zur Haushaltsdisziplin vorgeschlagen. Dazu gehören gezielte Haushaltssperren und kritische Stellenprüfungen. Auch die geplanten Steuererhöhungen, unter anderem bei der Grundsteuer, Hundesteuer und Vergnügungssteuer, sind Teil dieser Strategie. Eine Umstellung der Grundsteuer B auf das neue Landesmodell führt allerdings zu einem Fehlbetrag von rund 400.000 Euro, was auf fehlerhafte Daten zurückzuführen ist.
Die aktuellen Herausforderungen werden durch die Erhöhung der Kreisumlage von 33,0 auf 33,4 Prozent verstärkt, was Ostfildern mehr als 300.000 Euro an Mehrausgaben kostet. Diese Mehrausgaben werden jedoch durch den kommunalen Finanzausgleich gedeckt. Um den Haushaltsausgleich zu gewährleisten, wird auch die Fortführung der im Haushalt 2025 beschlossenen Sperrvermerke in Höhe von 1,678 Millionen Euro sowie einer haushaltswirtschaftlichen Teilsperre von 660.000 Euro vom Gemeinderat genehmigt.
Ausblick auf die Zukunft
Obwohl die Stadt durch Umschichtungen, Konsolidierungen und Fördermittel punktuell gegensteuern kann, bleiben die strukturellen Herausforderungen bestehen. Der Finanzzwischenbericht für 2025 stellt fest, dass die Erfüllung städtischer Aufgaben gesichert ist, wobei die Liquiditätsreserven zu Jahresbeginn bei rund 30 Millionen Euro lagen, was für den laufenden Betrieb ausreicht. Trotzdem nun mahnen Experten zur Vorsicht, da der kommunale Finanzierungssaldo in Deutschland 2024 auf minus 24,8 Milliarden Euro fallen könnte – ein Trend, der auch in Baden-Württemberg zu beobachten ist.
Der Haushaltsentwurf wird bis Dezember beraten, und aktuelle Informationen sowie der Haushaltsplan sind auf der städtischen Webseite verfügbar. Der Umgang mit den Defiziten und die strategische Planung für die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die finanzielle Stabilität der Stadt.
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