In Ostfildern, genauer gesagt im Hallenbad Nellingen, gibt es spannende Neuigkeiten: Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit ein neues Betriebskonzept beschlossen, das darauf abzielt, das Bad langfristig zu erhalten und gleichzeitig den städtischen Haushalt zu entlasten. Mit einem angepassten Konzept wird das letzte öffentliche Hallenbad in städtischer Trägerschaft, das von den Stadtwerken Ostfildern betrieben wird, künftig etwa 25 Stunden pro Woche für den öffentlichen Badebetrieb zur Verfügung stehen. Besonders an Wochenenden wird das Bad verstärkt geöffnet sein, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Diese Entscheidung stellt eine Reaktion auf die gestiegenen Anforderungen an Personal, Sicherheit und Hygiene dar. Schulen und Vereine können sich zudem über erweiterte Nutzungszeiten freuen. Um zusätzliche Einnahmen zu generieren, werden auch Vermietungen an private Anbieter eingeführt, die das Angebot im Bad erweitern sollen. Verwaltung und Stadtwerke erwarten, dass durch diese Maßnahmen das Betriebsergebnis um bis zu 200.000 Euro jährlich verbessert werden kann. Der Übergang zum neuen Konzept soll ab dem Schuljahreswechsel 2026/2027 erfolgen (Quelle).
Das Hallenbad in Nellingen hat in den letzten Jahren mit einem strukturellen Defizit von über 450.000 Euro pro Jahr zu kämpfen, das durch Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen wird. Um die finanzielle Situation zu verbessern, sieht der Gemeinderat dringenden Handlungsbedarf. In den kommenden Jahren stehen zudem umfangreiche Sanierungen an, die zusätzliche Abschreibungen mit sich bringen werden. Trotz der Einschränkungen im Badebetrieb bleibt das Hallenbad weiterhin für die Öffentlichkeit sowie für Schulen und Vereine zugänglich. Schwimmkurse und -unterricht bleiben ein zentraler Bestandteil des Angebots. Der Gemeinderat hat den Weg für die schrittweise Umsetzung des neuen Betriebskonzepts freigemacht, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Bads zu gewährleisten (Quelle).
Die Lage der Hallenbäder in Deutschland
Die Situation in Ostfildern ist kein Einzelfall. Mehr als die Hälfte der deutschen Hallenbäder ist sanierungsbedürftig, was einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zufolge 52% ausmacht. Lediglich 18% der Hallenbäder sind frisch saniert. Der Renovierungsbedarf erstreckt sich dabei nicht nur auf die Umkleiden, sondern auch auf technische Anlagen, Pumpen und Fassaden. Viele Städte stehen finanziell unter Druck, um notwendige Sanierungen durchzuführen. 83% der befragten Betreiber empfinden die angebotenen Fördermittel als unzureichend. Zudem berichten 71% von gestiegenen Zinsen und 79% von hohen Baukosten, die die Situation zusätzlich belasten.
Die DLRG warnt, dass jährlich etwa 80 Schwimmbäder in Deutschland schließen. Dies hat auch Auswirkungen auf das Schwimmniveau der Kinder: 79% der Badbetreiber geben an, dass Kinder heute schlechter schwimmen können als vor zehn Jahren. Die Nachfrage nach Schulschwimmen ist hoch, doch fast zwei Drittel der Betreiber haben keine Kapazitäten für zusätzliche Schwimmzeiten. Diese Entwicklungen unterstreichen den dringenden Bedarf an Unterstützung von Bund und Ländern für den Erhalt der Hallenbäder (Quelle).