Einweihung des Denk-, Demokratie- und Hoffnungsorts an der Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen
In Nürtingen, an der kaufmännischen Albert-Schäffle-Schule (ASS), wurde ein ganz besonderer Ort ins Leben gerufen – ein „Denk-, Demokratie- und Hoffnungsort“. Am Montag, dem 19. Oktober 2026, strömten Schüler, Lehrer und Gäste in die Aula der Schule, um dieser feierlichen Einweihung beizuwohnen. Und was für eine Feier das war! Mit dem sanften Klang einer Klangschale und einem eindrucksvollen Klavierstück wurde die Veranstaltung eröffnet. Das Ambiente war einfach magisch, als die Schulleiter und Ehrengäste die Bühne betraten.
Landtagsvizepräsidentin Muhterem Aras, die selbst einst Schülerin der ASS war, ließ es sich nicht nehmen, Fragen der Schüler zu beantworten. Ihre persönlichen Einblicke – wie sie die Zeit an der Schule erlebt hat und was sie auf ihrem steinigen politischen Weg gelernt hat – sorgten für eine besondere Verbindung zwischen den Generationen. Neben ihr standen auch Martin Zurowski, Bodo Klehr, Peter Grohmann und Stefan Lemmermeier auf der Bühne, jeder mit seiner eigenen Botschaft für die Anwesenden. Und in der Mitte des neuen Ortes – der Symbolik wegen – ein Apfelbaum, der als Zeichen der Hoffnung gilt.
Ein Ort mit Geschichte
Der Apfelbaum, ein Korbinians-Apfelbaum, wurde bereits vor vier Jahren gestiftet und in den Schulhof gepflanzt. Er erinnert an den regimekritischen Pfarrer Korbinian Aigner, der während der NS-Zeit im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war. Diese Verbindung zur Geschichte verleiht dem neuen Ort eine besonders tiefgründige Note. In einer Welt, die oft chaotisch und unberechenbar erscheint, ist es wichtig, solche Erinnerungen lebendig zu halten und die Werte von Demokratie und Menschenrechten zu vermitteln.
Die Veranstaltung hatte auch einen klaren Fokus auf gesellschaftlich-politisches Engagement. Verschiedene Programmpunkte, darunter Beiträge aus der Schülervertretung und der Jahrgangsstufe WG12, trugen dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Menschenrechten und Demokratie zu schärfen. Schulseelsorger Bodo Klehr führte durch das Programm und sorgte dafür, dass die Stimmung aufgelockert blieb – ein Balanceakt, der ihm bestens gelang. Musikalisch wurde das Ganze von Reinmar Wipper untermalt, was dem Ganzen einen besonderen Flair verlieh.
Ein Schritt in die Zukunft
In Zeiten, in denen die Welt sich rasant verändert, ist es umso wichtiger, dass Schulen ihren Schülern nicht nur Wissen, sondern auch ein Wertesystem vermitteln. Die Kultusministerkonferenz hat klar erkannt, wie bedeutend Demokratiebildung in der Schule ist. Sie ist nicht nur ein schönes Schlagwort, sondern eine unabdingbare Notwendigkeit, um Jugendliche auf das Leben in einer komplexen Gesellschaft vorzubereiten. Die ASS hat mit ihrem neuen Ort einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Hier werden Themen wie Freiheit, Gerechtigkeit und die unantastbare Menschenwürde nicht nur theoretisch behandelt, sondern in lebendiger Form erfahrbar gemacht.
Ein Ort, der zum Nachdenken anregt und gleichzeitig Raum für Dialog schafft – das ist es, was die Albert-Schäffle-Schule mit diesem neuen „Denk-, Demokratie- und Hoffnungsort“ erreichen möchte. In einer Zeit, wo es vielleicht einfacher wäre, sich zurückzulehnen und die Dinge geschehen zu lassen, ist es ermutigend zu sehen, dass junge Menschen und ihre Lehrenden aktiv für eine bessere Zukunft eintreten. Hier wird nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt. Und das ist die wahre Hoffnung.
