In Leinfelden-Echterdingen nimmt der Radverkehr zunehmend eine zentrale Rolle in der städtischen Mobilität ein. Die Stadt verfolgt mit ihrem Radverkehrskonzept “Umstieg aufs Rad” das Ziel, mehr Menschen zur Nutzung des Fahrrads zu bewegen und somit die Verkehrssituation zu entlasten. Aktive Radfahrer wie Monika Knopf und Markus Zelleröhr, die jährlich tausende Kilometer zurücklegen, machen jedoch auf die bestehenden Probleme aufmerksam, die während einer ADFC-Tour durch die Stadt deutlich wurden. Laut Stuttgarter Nachrichten sind die Bedingungen für Radfahrer oft unzureichend und die Umsetzung von geplanten Verbesserungen lässt auf sich warten.

Die jährliche Tour von Knopf und Zelleröhr, die sie an verschiedenen Punkten in der Stadt führt, zeigt, wo der Schuh drückt. So ist der erste Halt der Tour am Kreisverkehr an Stuttgarter, Rohrer und Bahnhofstraße. Dort wird deutlich, dass der Fußweg neben der Bahnhofstraße zwar das Radfahren gestattet, jedoch durch zahlreiche Ein- und Ausfahrten unterbrochen ist. Viele Radfahrer müssen an den kritischsten Punkten absteigen und ihr Fahrrad schieben. Ein Vorschlag zur Verbesserung wäre, die Bahnhof- und Stuttgarter Straße als Einbahnstraßen auszuweisen und die Fahrstreifen für Radverkehr zu nutzen.

Die Schwierigkeiten im Radverkehr

Obwohl die Stadt 2022 ein umfassendes Fahrradverkehrskonzept beschlossen hat, ist nur ein kleiner Teil davon bisher umgesetzt worden. So bleibt die Situation an der Kreuzung Hohenheimer und Max-Lang-Straße unübersichtlich; Radfahrer müssen hier oft vorsichtig manövrieren, da sie an Kreuzungen Vorfahrt für den Autoverkehr haben. Diese Umstände machen die Fahrt für alle Beteiligten gefährlich.

Die Martin-Luther-Straße gilt als „Todeszone“ für Radfahrer – unebene Fahrbahnen und schwierige Längen sind hier die Norm. An anderen Stellen, wie der Friedrich-List-Straße, wurde zwar eine Test-Fahrradstraße eingerichtet, die Umsetzung entspricht jedoch nicht den ursprünglichen Planungen. Bürgermeister Dihm führt die Verzögerungen auf Personalmangel zurück, der die Ausführung von Bauprojekten beeinträchtigt.

Geplante Maßnahmen und deren Umsetzung

Um die Mobilität und die Sicherheit der Radfahrer zu verbessern, hat die Stadt über 60 Maßnahmen im Rahmen eines Radverkehrsprogramms erarbeitet, das seit Mai 2021 aktiv ist. Unter diesen sind fünf Kernmaßnahmen, die zeitnah umgesetzt werden sollen:

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  • Umgestaltung der Langwiesenstraße, Hinterhofstraße und Untertorstraße zu Fahrradstraßen.
  • Verbesserung des Knotenpunkts Rohrer Straße/Hans-Holbein-Straße.
  • Ausbau des unbefestigten Wegs in Musberg.
  • Anlegung eines baulichen Radwegs entlang der Friedrich-List-Straße.
  • Untersuchung der Stuttgarter Straße und Bahnhofstraße auf Einbahnstraßenführung für Kfz-Verkehr.

Zusätzlich sieht die Stadt die Notwendigkeit, markierte Radwege in mehreren Straßen zu schaffen, was jedoch von den Haushaltsmitteln abhängt. Der Austausch und die Unterstützung durch die AGFK-BW seit 2019 helfen der Stadt, rad- und fußgängerfreundliche Infrastrukturen zu entwickeln und damit die Lebensqualität zu erhöhen.

Die Erfahrungen aus der Fahrradstraße in der Goldäckerstraße werden gesammelt, um in Zukunft mögliche dauerhafte Lösungen zu finden. Angesichts der verschlechternden Haushaltslage stehen jedoch nicht nur die aktuellen Maßnahmen auf der Kippe; es bleibt abzuwarten, wie schnell die Stadt die dringend benötigten Verbesserungen umsetzen kann.