Am Samstag, den 17. Oktober 2026, war Heuchlingen der Schauplatz einer eindrucksvollen Katastrophenschutzübung mit dem Namen „Schwarze Flut 2026“. Rund 150 Einsatzkräfte, darunter Feuerwehrleute aus Heuchlingen, Mögglingen, Böbingen, Heubach und Bartholomä sowie die THW-Ortsverbände Schwäbisch Gmünd und Kirchheim unter Teck, arbeiteten Hand in Hand an über 50 Einsatzstellen. Das Übungsszenario war alles andere als harmlos: Ein heftiges Unwetter hatte die Region getroffen, Flüsse und Bäche traten über die Ufer, und ganze Straßen sowie Keller standen unter Wasser. Sogar der Strom fiel großflächig und über längere Zeit aus. Matthias Werner, Kommandant von Heuchlingen, erklärte, dass die Bezeichnung „Schwarze Flut“ auf den anhaltenden Stromausfall zurückzuführen sei.

Der Morgen begann mit der Evakuierung hochwassergefährdeter Haushalte. Feuerwehrleute klopften an Türen und forderten die Bewohner auf, ihre Wohnungen zu verlassen. Das THW setzte an der Lein Pumpen ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Am Bauhof wurde ein Brand mit einer vermissten Person simuliert. Atemschutzträger durchsuchten das verrauchte und zugestellte Gebäude, retteten die vermisste Person und führten anschließend den Löschangriff durch. An der Horner Mühle kam es im Szenario zu einem Düngemittelunfall, und das THW errichtete an der Heuchlinger Brücke eine Wasserbarriere, um das belastete Wasser abzuleiten. Diese Situation verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig schnelle, koordinierte Reaktionen in Krisensituationen sind.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Doch nicht nur in Heuchlingen wurde geübt. Zwei Tage vor der Übung in Heuchlingen fand in Cottbus/Neuhausen die Katastrophenschutzübung „Spree – FLUT 2026“ statt. Hier versammelten sich mehr als 100 Einsatzkräfte, darunter die komplette Brandschutzeinheit des Landkreises Spree-Neiße. Mit Sandsäcken wurde für die mögliche Deichsicherung geübt. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg funktionierte – die Stadt Cottbus und die Landkreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald arbeiteten zusammen, um sich auf eine potenziell mehrtägige Hochwasserlage vorzubereiten.

Ein wichtiger Aspekt dieser Übungen ist die Kommunikation zwischen den beteiligten Stellen. Wie wichtig das ist, zeigte sich nicht nur in der Theorie, sondern auch bei früheren Hochwassern, als Soldaten der Bundeswehr unterstützten, indem sie Sandsäcke füllten und transportierten. Es wird deutlich, dass die Bundeswehr, auch wenn sie nur nachrangig im Inland hilft, bei großen Katastrophen eine wertvolle Unterstützung sein kann, wenn zivile Kräfte überfordert sind. Major der Reserve Marcel Altenburg vom Kreisverbindungskommando Cottbus erläuterte, dass solche Übungen helfen, die Abläufe zu optimieren und mögliche Schwachstellen zu identifizieren.

Lehren aus der Vergangenheit

Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 hat uns eindringlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, gut vorbereitet zu sein. Über 130 Menschen verloren damals ihr Leben, und es wurde kritisiert, dass Warnungen zu spät kamen und Krisenstäbe überfordert waren. Die Klimaforscher sind sich einig: Extreme Wetterlagen werden durch die Erderwärmung häufiger und intensiver. Der Landkreis Spree-Neiße wurde bereits zweimal von Hochwasserlagen betroffen, und die Bedeutung eingespielter Abläufe ist heute wichtiger denn je.

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Was die Übung in Heuchlingen betrifft, so bewerteten Bürgermeister Peter Lang und Kommandant Matthias Werner die Zusammenarbeit von Feuerwehr und THW als positiv. Der Ablauf funktionierte reibungslos, was die Bedeutung der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit bei gleichzeitig auftretenden Schadenslagen unterstreicht. Es ist beruhigend zu sehen, dass die Einsatzkräfte in der Region gut vorbereitet sind – für den Fall der Fälle!