Drama auf dem Platz: Spielabbrüche in der Kreisliga A3 wegen Regen und Rassismus
Was für ein aufregender und gleichzeitig turbulenter Fußballsonntag in Bad Ditzenbach! Hier wurde kürzlich ein ganz normaler Spieltag in der Kreisliga A3 zu einem echten Drama. Aber nicht nur hier, auch in anderen Teilen von Württemberg gab es gleich acht Spiele, die vorzeitig abgebrochen werden mussten. Die Gründe dafür? Nun, die Palette reicht von heftigen Regenfällen über unbespielbare Plätze bis hin zu rassistischen Beleidigungen und sogar Protesten gegen Schiedsrichter.
Ein besonderes Augenmerk fiel auf die Partie zwischen dem FC Burlafingen und dem TSV Bermaringen, die beim Stand von 1:3 abgebrochen wurde. Der Grund? Der Platz war durch den starken Regen richtig unter Wasser, mit großen Pfützen, die für die Spieler gefährlich wurden. Ein Szenario, das nicht nur die Spieler, sondern auch die Zuschauer in Atem hielt. Die Entscheidung, die Partie vorzeitig zu beenden, fiel in der 35. oder 37. Minute – die Angaben dazu sind sich uneinig. Jetzt müssen sich beide Vereine und der Schiedsrichter an das Sportgericht wenden, um den Vorfall zu klären.
Rassismus und Protest
Ein weiterer Abbruch, der Aufmerksamkeit auf sich zog, war das Spiel zwischen dem TSV Notzingen und der TSG Esslingen. Hier stand es kurz vor dem Ende 4:0 für Notzingen, als ein dunkelhäutiger Spieler der Esslinger rassistisch beleidigt wurde. Das Team entschloss sich daraufhin, die Partie nicht fortzusetzen. Merkwürdig, dass der TSV Notzingen auf eine Anfrage bislang nicht reagiert hat. Auch dieser Vorfall landet beim Sportgericht.
In der Kreisliga A1 Ostwürttemberg musste die Partie zwischen SG Bettringen II und TSGV Waldstetten II zur Halbzeit abgebrochen werden. Hier war der Kunstrasenplatz durch den Regen unbespielbar geworden. Der Schiedsrichter und die Vereine arbeiten nun ebenfalls eng mit dem Sportgericht zusammen, um alles aufzuklären.
Die Wetterbedingungen waren auch ein großes Thema beim Spiel zwischen FTSV Bad Ditzenbach-Gosbach und SC Geislingen II. Hier war das Spiel beim Stand von 1:2 abgebrochen worden, da die Platzverhältnisse als rutschig und gefährlich eingestuft wurden. Die Angaben zu dem Zeitpunkt des Abbruchs schwanken zwischen 30 und 40 Minuten. Ein Chaos, das auch die Schiedsrichter in die Bredouille bringt.
Spielabbrüche und ihre Folgen
Wenn ein Spiel abgebrochen wird, gibt es klare Regeln, die festlegen, wie damit umgegangen werden muss. Laut § 36 der WDFV-Spielordnung entscheidet der Schiedsrichter über den Abbruch, und diese Entscheidung gilt als unabänderlich. Es gibt zwei verschiedene Verfahren, die dann eingeleitet werden müssen: das Spielwertungsverfahren und das Sportstrafverfahren. Letzteres kommt vor allem dann zum Tragen, wenn ein Verschulden von Beteiligten festgestellt wird.
Die Bearbeitung eines Spielabbruchs ist nicht ganz ohne. Es müssen verschiedene Schritte befolgt werden, angefangen bei der Erstellung eines Falls im DFBnet-Modul „Sportgerichtsbarkeit“, das seit der Saison 2020/21 existiert. Hier kommen Mustertexte zum Einsatz, die den Vereinen helfen, sich im Dschungel der Sportrechtsprechung zurechtzufinden. Und das Schiedsrichterteam? Die können auch als Zeugen in die Stellungnahmen einfließen.
Es ist interessant zu sehen, dass trotz der aktuellen Vorfälle die Zahl der gewalt- und diskriminierungsbedingten Spielabbrüche im Amateurfußball zurückgeht. Laut dem DFB gab es in der vergangenen Saison 829 solcher Abbrüche – der niedrigste Stand seit vier Jahren. Ein kleiner Lichtblick in einer Zeit, in der der respektvolle Umgang auf dem Platz immer wieder gefordert wird!
Der DFB hat in den vergangenen Jahren einige Maßnahmen ergriffen, um Gewalt und Diskriminierung im Amateurfußball zu reduzieren. Die Einführung der Kapitänsregel und des DFB-STOPP-Konzepts hat in der Saison 2024/2025 für positive Rückmeldungen gesorgt. Spieler und Zuschauer sind gefragt, Vorfälle zu melden – damit der Fußball auf den Plätzen nicht nur ein Sport, sondern auch ein Ort des Respekts bleibt.
