Wechsel an der Spitze: Sarah Wüstenhöfer übernimmt die Schönbuchbahn
Die Nachricht hat in der Region ein kleines Erdbeben ausgelöst: Sarah Wüstenhöfer, die geschätzte Geschäftsführerin der Ammertalbahn, wechselt nach sechs Jahren zur Schönbuchbahn. In einer feierlichen Vorstellung, bei der Böblingens Landrat und Verbandsvorsitzender Roland Bernhard sowie Tübingens Landrat Hendrik Bednarz anwesend waren, wurde dieser Wechsel verkündet. Die Entscheidung betrifft sowohl den Zweckverband als auch die Geschäftsführung der beiden Bahnstrecken. Man kann sich nur allzu gut vorstellen, wie sich die Gemüter bei diesen Herren bewegt haben – schließlich ist Sarah nicht nur eine Managerin, sondern auch eine, die den direkten Austausch mit den Fahrgästen sehr schätzt. Immer wieder spricht sie mit den Reisenden, hört zu, was sie bewegt. Ein echtes Herz für die Bahn, kann man sagen!
Im Interview mit Irmgard Walderich sprach die 44-Jährige über die Höhen und Tiefen des Bahnbetriebs. „Nie ans Aufhören gedacht“, betont sie, während sie mit einem Lächeln auf die Herausforderungen der letzten Jahre zurückblickt. Sie ist eine Frau, die das Bahnerlebnis selbst lebt – regelmäßig nutzt sie die Ammertalbahn und hat dabei immer wieder Gelegenheit, mit Fahrgästen ins Gespräch zu kommen. Diese Begegnungen sind für sie Gold wert. Ein bisschen wie bei einem guten alten Freund, den man in der Bahn trifft.
Ein Blick auf die Ammertalbahn
Die Ammertalbahn hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1909 zurückreicht. Damals wurde der erste Abschnitt zwischen Herrenberg und Pfäffingen eröffnet. Es war eine Zeit, in der die Bürgerinitiative gegen das Bahnprojekt mobil machte. Gelehrte und Künstler fürchteten um die schönen Spazierwege entlang der Alleen; der „Tübinger Alleenstreit“ wurde geboren. Doch trotz aller Widerstände konnte die Bahn ihren Betrieb aufbauen und hat sich über die Jahre zu einem unverzichtbaren Teil des Nahverkehrs entwickelt. Wer hätte gedacht, dass die ersten Züge, die dampfbetrieben über die Schienen ratterten, einst mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf dem Weg nach Stuttgart unterwegs waren?
Die jüngere Vergangenheit zeigt, wie dynamisch sich das Bahnangebot entwickelt hat. Nach der Reaktivierung im Jahr 1999 stiegen die Fahrgastzahlen kontinuierlich. Von 5.150 Fahrgästen Ende 1999 ging es bis 2019 auf 8.588 hoch. Dann kam die Pandemie und die Zahlen fielen in den Keller. Doch die Bahn zeigt sich robust: 2024 sollen wieder über 10.000 Fahrgäste pro Tag gezählt werden. Das ist ein echter Grund zur Freude für alle, die die Ammertalbahn nutzen.
Die Zukunft der Schönbuchbahn
Jetzt, mit Sarah Wüstenhöfer an der Spitze der Schönbuchbahn, stehen frische Wind und neue Ideen in den Startlöchern. Die Schönbuchbahn ist nicht nur die Nachbarin der Ammertalbahn, sondern auch ein Teil des Verkehrsnetzes, das die Region Böblingen und Tübingen verbindet. Die Herausforderungen werden nicht weniger – von der Elektrifizierung bis hin zur stetigen Verbesserung der Infrastruktur. Aber wer Sarah kennt, weiß: Sie hat ein Gespür für die Wünsche der Fahrgäste und ein Talent, auch schwierige Projekte zum Blühen zu bringen.
Die Zeichen stehen auf Kooperation, und der Austausch zwischen den beiden Bahnstrecken könnte befruchtend wirken. Immerhin ist der öffentliche Nahverkehr in Zeiten städtischer Verdichtung und wachsender Mobilitätsbedürfnisse wichtiger denn je. Und wir sind gespannt, wie sich die Fahrgastzahlen unter ihrer Führung entwickeln werden. Die Zukunft kann kommen!
