Verkehrswende in Stuttgart: Der Pfaffensteigtunnel bringt Erleichterung für Pendler
In Stuttgart gibt es derzeit große Veränderungen am Verkehrsknotenpunkt Echterdinger Straße/L1192. Die Deutsche Bahn hat hier die Aufweitung des Knotens im Zusammenhang mit dem geplanten Pfaffensteigtunnel in Angriff genommen. Seit März 2026 wird hier fleißig gearbeitet, und die letzten Bauarbeiten stehen nun kurz bevor. Für Ende Oktober 2026 ist die letzte Vollsperrung der Straße angekündigt. Danach wird der Verkehr auf den Fildern endlich wieder ungehindert fließen können – ein Lichtblick für alle Pendler!
Die Arbeiten sind komplex, denn zwischen dem Messeparkhaus und Stuttgart-Plieningen entsteht eine Startbaugrube für den Pfaffensteigtunnel. Parallel dazu wird die Straße in mehreren Etappen ausgebaut. Die Deutsche Bahn plant, die Bauarbeiten bis Anfang November 2026 abzuschließen. Für die Zeit der Messe bleibt die L 1192 bis zum 20. September in beide Richtungen befahrbar, was sicher einigen Autofahrern ein wenig Erleichterung bringt. Doch ab dem 21. September wird es ernst: Eine Fahrspur zwischen der Einmündung der Echterdinger Straße und der Anschlussstelle Stuttgart-Flughafen wird gesperrt. Das Ganze soll bis zum 30. Oktober andauern – eine Umleitung über die L 1192 in Gegenrichtung und die Flughafenstraße ist dann unumgänglich. Und so bleibt die Echterdinger Straße nur einspurig Richtung Plieningen befahrbar.
Der Pfaffensteigtunnel – ein ambitioniertes Projekt
Die Idee für den Pfaffensteigtunnel ist nicht neu. Erste Medienberichte tauchten bereits im Juni 2020 auf, als die Deutsche Bahn über diesen Tunnel nachdachte. Ursprünglich war ein 12 km langer Tunnel geplant, der Geschwindigkeiten von 160 km/h ermöglichen sollte. Im März 2021 wurde der Tunnel als Teil eines umfassenden Ausbaus für die Strecke Stuttgart–Singen–Grenze D/CH eingeplant. Die Kosten wurden damals auf 919 Millionen Euro geschätzt, was für das Projekt schon ganz schön ins Geld geht.
Die Vorplanung für den Tunnel begann Ende 2021. Zunächst konzentrierte sich die Bahn auf eine Variante für 160 km/h, die sich als nur geringfügig günstiger herausstellte als die schnellere 200-km/h-Option. Letztendlich liegt das Augenmerk nun auf der schnelleren Variante, die für die Umsetzung des Deutschlandtakts unbedingt nötig ist. Der Pfaffensteigtunnel wird eine wichtige Rolle beim Fern- und Regionalverkehr spielen und soll eine Trennung vom S-Bahn-Verkehr zwischen Goldberg und dem Flughafen ermöglichen.
Ein neues Kapitel im Verkehrssystem
Die Inbetriebnahme des Tunnels ist für Dezember 2033 geplant, was für viele Reisende eine echte Erleichterung darstellen würde. Es wird erwartet, dass sich die Fahrzeit für etwa 25.000 Reisende täglich um rund sechs Minuten verkürzt – ein kleiner, aber feiner Vorteil. Die Deutsche Bahn hat bereits angedeutet, dass das neue Konzept die Fahrpläne auf der Gäubahn bis Herrenberg optimieren wird. So wird sich auch die Verbindung zur Schweiz verbessern, was für viele Pendler und Reisende von großer Bedeutung ist.
Der Tunnelbau selbst ist ein spannendes Unterfangen: Mit zwei Tunnelvortriebsmaschinen soll der rund 10 km lange Tunnel unter der Erde entstehen, wobei er im Stadtgebiet von Leinfelden-Echterdingen mehr als 40 Meter unter der Oberfläche liegen wird. Die Vorabmaßnahmen haben bereits im dritten Quartal 2024 begonnen, und der tatsächliche Bau ist für Anfang 2026 angedacht. Es bleibt spannend, wie schnell und reibungslos der Bau voranschreiten wird – die Vorfreude auf einen flüssigeren Verkehr ist jedenfalls groß!
