Auf dem Herrenberger Festplatz versammelten sich am 1. Juli 2025 zahlreiche Bürger, um an einer außergewöhnlichen Aktion teilzunehmen: dem größten lebenden Windrad, gebildet aus 598 Menschen. Diese Veranstaltung fand im Rahmen der Vorbereitungen für den bevorstehenden Bürgerentscheid zur Windenergie in der Stadt am 13. Juli statt. Besucher der Veranstaltung genossen kalte Getränke an den Biertischen und informierten sich über die geplanten Windkraftprojekte in der Region.
Die Stände auf dem Festplatz gehörten verschiedenen Organisationen und Initiativen, darunter „Rückenwind Herrenberg“ und „BürgerEnergie Nordschwarzwald-Gäu“. Ihnen war es wichtig, den anwesenden Bürgern Informationen zu dem anstehenden Bürgerentscheid bereitzustellen. Dieser Bürgerentscheid stellt die Frage: „Soll die Verpachtung kommunaler Waldflächen an Windanlagenbetreiber/-investoren unterbleiben?“
Bürgerentscheid und seine Implikationen
Die Abstimmung bezieht sich nicht auf die Zulässigkeit von Windrädern im Spitalwald. Eine Ja-Stimme bedeutet, dass die Stadt keine Waldflächen für Windräder verpachten darf; private Eigentümer könnten dies jedoch tun. Mit einem Nein ermögliche die Stadt die Pacht von Waldflächen und könnte Einnahmen für den städtischen Haushalt generieren, die möglicherweise in Schulen oder Kindertagesstätten investiert werden könnten. Dies könnte einen erheblichen Einfluss auf die lokale Infrastruktur haben.
Der Arbeitskreis Energie hat in der Vergangenheit wichtige Schritte in Richtung nachhaltiger Energie zwecks Umsetzung der Lokalen Agenda 21 unternommen. Hermann Sautter, der Gründungsvater dieses Arbeitskreises, ist am 17. Januar 2025 verstorben. Unter seiner Ägide wurde unter anderem die Installation von Solaranlagen auf städtischen Dächern vorangetrieben. Informationen zu Photovoltaik und Wärmepumpen wurden den Bürgern ebenfalls an diesem Tag präsentiert. Dabei wurde deutlich, dass die Stadt mehr Solaranlagen installiert hat, als ursprünglich im Klimafahrplan angestrebt.
Diskussion über Windkraft und Bürgerbeteiligung
Für einen ehrlichen und sachlichen Diskurs über die Windkraftinitiativen ist es wichtig, die Fragestellungen kritisch zu hinterfragen. Die finanzielle Beteiligung der Bürger an den Erträgen der Windenergie wird als unwahrscheinlich angesehen. In den letzten Monaten gab es verstärkt Diskussionen über die Gestaltung der Windkraftnutzung, die von Seiten einiger Bürger jedoch als kontrovers wahrgenommen wird. Der Arbeitskreis Energie bietet regelmäßig Informationsveranstaltungen an, um die öffentliche Beteiligung und Mitsprache zu fördern.
Am 5. Juli 2023 fand eine Informationsveranstaltung zur Energiewende in Herrenberg im Gewölbekeller des Klosterhofs statt. Die Stadt hat Partner ermittelt, die den Bürgern Mitsprachemöglichkeiten bieten sollen, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Bürger aktiv in die Diskussion um erneuerbare Energien einzubeziehen.
Die Aktion mit dem lebenden Windrad hat die Bürger für die Themen Windkraft und Bürgerentscheid sensibilisiert und zeigt, wie wichtig eine fundierte und engagierte Diskussion über nachhaltige Energien für die gesamte Gemeinde ist. Gleichzeitig bietet sie eine Plattform, um die Chancen und Herausforderungen der Energiewende in Herrenberg konstruktiv zu erörtern.