Böblingen ruft zur Mückenbekämpfung auf: So schützt ihr eure Gärten vor der Asiatischen Tigermücke
Wenn der Herbst in Böblingen Einzug hält, denken die meisten von uns an bunte Blätter, das Rascheln von Laub und vielleicht an die ersten kühlen Tage, die uns zum Einmummeln einladen. Doch während wir uns in unsere warmen Pullover kuscheln, gibt es eine kleine, unwillkommene Gesellschaft, die uns ebenfalls nicht vergessen sollte: die Asiatische Tigermücke. Ja, genau, diese invasive Stechmückenart, die schon längst nicht mehr nur in tropischen Regionen zu finden ist, hat auch in unseren Gärten und Balkonen ihre Brutstätten. Das Gesundheitsamt Böblingen hat jetzt die Gartenbesitzer aufgerufen, aktiv zu werden und die kleinen Quälgeister zu bekämpfen.
Die Tigermücke (Aedes albopictus) stammt ursprünglich aus Südostasien und hat sich über den globalen Waren- und Reiseverkehr in vielen Regionen der Welt verbreitet. Die ersten Nachweise in Europa wurden bereits 1979 in Albanien dokumentiert. Ein Jahr, das für viele von uns mit einem nostalgischen Seufzer verbunden ist – für die Tigermücke begann da erst das große Abenteuer! In Deutschland wurde sie 2007 erstmals an einem Autobahnparkplatz an der A5 gesichtet. Seitdem breitet sich die Mücke, die etwa 0,5 bis 1 cm groß ist und durch ihre schwarz-weiße Streifenzeichnung auffällt, auch hierzulande aus. Besonders in den wärmeren Regionen, wie in Baden-Württemberg und Bayern, hat sie sich fest etabliert.
Wo die Tigermücke überwintern möchte
Die Weibchen der Tigermücke sind wahre Meisterinnen der Fortpflanzung. Sie legen ihre Eier nicht direkt ins Wasser, sondern knapp oberhalb der Wasserlinie an die Innenwände von Behältern. Das bedeutet, dass Regentonnen, Gießkannen, Untersetzer und sogar Vogeltränken ein willkommenes Zuhause für diese kleinen schwarzen Eier bieten. Und die sind nicht nur winzig – sie überstehen monatelange Trockenheit und Frost. Sobald die Behälter im Frühling wieder mit Wasser gefüllt sind, schlüpfen die Larven. Das Ausschütten des Wassers reicht also nicht aus, um die Vermehrung zu stoppen! Um wirklich sicherzugehen, dass wir unsere Gärten von diesen kleinen Biestern befreien, sollten wir die Behälter gründlich mit einer harten Bürste und heißem Wasser reinigen und sie danach kopfüber trocknen. Ein bisschen Aufwand, aber es lohnt sich!
Die Empfehlungen des Gesundheitsamts sind klar: Pools und Planschbecken sollten straff abgedeckt werden, und Regentonnen müssen entweder gründlich gereinigt oder dicht abgedeckt werden. Es mag vielleicht lästig erscheinen, aber diese Maßnahmen können die Population der Asiatischen Tigermücke im kommenden Sommer erheblich verringern. Und hey, auch die heimischen Stechmücken freuen sich darüber, wenn weniger Konkurrenz um die besten Brutstätten besteht!
Die gesundheitlichen Risiken und die Bekämpfung
Jetzt mag der eine oder andere denken: „Was soll’s, ein paar Mücken mehr oder weniger.“ Aber die Tigermücke ist nicht nur ein lästiger Störenfried, sie kann auch ernsthafte gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Diese Art kann potenziell eine Vielzahl von Krankheitserregern übertragen, darunter Dengue- und Zika-Viren. Eigentlich sollte man sich bei einem Stich nicht sofort in Panik versetzen lassen, denn in Deutschland gab es bislang keine dokumentierten Übertragungen auf Menschen. Aber mit dem Klimawandel und den immer milderen Wintern könnte sich das Risiko erhöhen. Also, lieber auf Nummer sicher gehen!
In Hessen beispielsweise wird seit 2020 ein Monitoring betrieben, um die Verbreitung der Tigermücke zu verfolgen. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, Brutstätten zu melden. Im Falle eines Befalls können spezielle Produkte wie Bti eingesetzt werden, die gezielt Stechmückenlarven töten. Das ist zwar eine chemische Lösung, aber bei sachgemäßer Anwendung sind die Umweltauswirkungen gering. Und wenn du doch einmal gestochen wirst, gibt es immer noch die guten alten juckreizlindernden Salben.
Ein Appell an die Gartenfreunde
Insgesamt ist es also an der Zeit, aktiv zu werden und den kleinen Quälgeistern nicht das Feld zu überlassen. Die Maßnahmen, die jetzt im Herbst ergriffen werden, sind entscheidend für einen entspannten Sommer 2027. Also, liebe Gartenfreunde: Schaut euch eure Gärten an, macht die Behälter sauber, und denkt daran, dass die kleinen Eier der Tigermücke zwar winzig, aber auch extrem hartnäckig sind. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Tigermücke nicht zum neuen Nachbarn wird, den wir nicht einladen wollten.
Weitere Informationen und Hinweise zur Meldung eines möglichen Fundes findet ihr auf www.lrabb.de/asiatische+tigermuecke. Lasst uns die Mückenplage in den Griff bekommen und die Sommerabende wieder genießen!
